Der Relay Attack ist nicht die einzige Technik, mit der organisierte Diebesbanden eine elektronische Wegfahrsperre umgehen. Der Diebstahl über die OBD-Buchse (On-Board Diagnostics) ist eine weitere, ältere und weiterhin aktuelle Methode bei bestimmten Modellen: Sie erfordert einen physischen Einbruch, ermöglicht danach aber, das Auto ohne Originalschlüssel zu starten. Wer das Prinzip versteht, kann wirklich wirksame Schutzmaßnahmen einrichten.
Die OBD-Buchse ist der Diagnoseanschluss, den es seit den 2000er-Jahren bei allen Fahrzeugen gibt, meist unter dem Armaturenbrett auf Fahrerseite. Sie wird normalerweise von Werkstätten und Technikern genutzt, um Fehlercodes auszulesen und Wartungsarbeiten durchzuführen, darunter auch die Schlüsselprogrammierung.
Der Ablauf beim Diebstahl über die OBD-Buchse erfolgt in zwei klar getrennten Schritten:
Dieser zweite Schritt unterscheidet diese Vorgehensweise von einem einfachen Einbruchdiebstahl: Der Einbruch dient nicht dazu, Gegenstände aus dem Innenraum zu stehlen, sondern nur dazu, eine Zugangstür zum elektronischen System des Fahrzeugs zu öffnen.
Der Relay Attack zielt auf Keyless-Fahrzeuge ab und erfordert keinerlei Einbruch: Das Signal des Freihand-Schlüssels wird abgefangen und aus der Ferne weitergeleitet. Diebstahl über die OBD-Buchse geht dagegen immer ein sichtbarer Einbruch voraus, kann aber sowohl ein Fahrzeug mit klassischem Schlüssel als auch ein Keyless-Fahrzeug betreffen. Die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen sind daher nicht exakt dieselben.
Diese Art von organisiertem Diebstahl zielt vorrangig auf Fahrzeuge mit hohem Wiederverkaufswert ab, deren Ersatzteile und komplette Exemplare sich leicht auf Nebenmärkten absetzen lassen, auch im Export. SUVs und Premium-Fahrzeuge sind statistisch überdurchschnittlich von dieser organisierten Vorgehensweise betroffen, aufgrund dieser Nachfrage. Das bedeutet nicht, dass ein bescheideneres Fahrzeug sicher ist: Das technische Prinzip des Diebstahls über die OBD-Buchse kann bei jedem Fahrzeug mit einem standardmäßigen Diagnoseanschluss angewendet werden — also bei fast dem gesamten aktuellen Fahrzeugbestand.
Anders als beim Relay Attack, wo eine Faraday-Hülle ausreicht, um die Bedrohung zu neutralisieren, erfordert der Diebstahl über die OBD-Buchse eine Kombination aus abschreckenden und physischen Maßnahmen, da er mit einem Einbruch beginnt, der sich nicht zu 100 % verhindern lässt.
Im Handel gibt es Sperrgehäuse für die OBD-Buchse, die auf den Stecker unter dem Armaturenbrett montiert und mit einem eigenen Schlüssel verriegelt werden. Sie verhindern jedes Anschließen eines Programmiergeräts, solange sie nicht entfernt wurden. Das ist ein gezielter, kostengünstiger und einfach zu montierender Schutz.
Ein klassisches Lenkradschloss bleibt ein sehr gutes visuelles Abschreckungsmittel. Selbst wenn es dem Dieb gelingt, das Fahrzeug elektronisch zu starten, kann er es nicht fahren, solange das Schloss angebracht ist. Das reicht oft aus, um einen Versuch zu vereiteln, da Diebe bevorzugt Fahrzeuge wählen, die den geringsten Widerstand bieten.
Ein diskret installierter GPS-Tracker erlaubt es, das Fahrzeug im Diebstahlfall in Echtzeit zu orten, und erleichtert der Polizei erheblich, es schnell wiederzufinden, bevor es zerlegt oder exportiert wird.
Eine Umfeldalarmanlage, die einen Scheibenbruch oder ein gewaltsames Öffnen der Tür erkennt — und nicht nur bei Berührung auslöst — schlägt bereits beim ersten Schritt des Diebstahls Alarm, noch bevor der Dieb Zeit hatte, die OBD-Buchse zu erreichen.
Ein beleuchteter, belebter oder videoüberwachter Stellplatz bleibt eine der einfachsten und wirksamsten Maßnahmen. Organisierte Diebesbanden arbeiten vorrangig an isolierten, wenig einsehbaren Fahrzeugen, wo der Einbruch ohne Zeugen erfolgen kann.
Ist dein Fahrzeug verschwunden und du stellst eine Einbruchsspur fest — eingeschlagene Scheibe, aufgebrochenes Schloss oder aufgehebelter Griff — am Ort, wo es geparkt war, oder entdeckst du das Fahrzeug in diesem beschädigten Zustand:
Wird dein Fahrzeug nach dieser Diebstahlart wiedergefunden, bleibt der vom Dieb registrierte Rohschlüssel im Speicher des Steuergeräts gültig, bis er gelöscht wurde. Ein DKP-Techniker kann vor Ort eingreifen, um die Wegfahrsperre zurückzusetzen und einen kompletten, ausschließlich mit dir verknüpften Schlüsselsatz neu zu programmieren, bevor du das Fahrzeug wieder normal nutzt. Mehr zu diesem Einsatz findest du bei unserem Service Autoschlüssel verloren.
DrKeyPro (DKP) ist eine mobile Plattform für Kfz-Schlüsseldienste, aktiv in Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Spanien, mit Abdeckung von über 120 Automarken. Jeder Einsatz ist über eine Berufshaftpflichtversicherung bei AXA abgesichert, und jeder Techniker ist intern an der DKP Akademie zertifiziert. Wird ein Fahrzeug nach einem Diebstahl über die OBD-Buchse wiedergefunden, kommen unsere Techniker direkt vorbei, um Wegfahrsperre und Schlüssel neu zu programmieren, ohne Abschleppen oder Pflichtbesuch beim Vertragshändler.
Fahrzeug nach Diebstahl über die OBD-Buchse wiedergefunden, oder einfach dein Auto absichern, bevor etwas passiert? Kontaktiere DKP unter +33 6 16 26 62 26 (Frankreich) oder +32 491 49 82 93 (Belgien) für einen kostenlosen Kostenvoranschlag, angegebener Preis gleich Rechnungsbetrag.
DKP intervient en urgence 24h/24 pour tout problème de clé véhicule, partout en France et Belgique.
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